Nimmt Religion einem die Entscheidungsfreiheit?

24. März 2009 von · Hinterlasse einen Kommentar
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mormon church

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Dies ist ein gewöhnliches Missverständnis Im Bezug auf Religion. Mormonen (Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) lehren, dass jedem Mensch Entscheidungsfreiheit gegeben ist, damit man für sich selbst entscheiden kann, wie man leben möchte. Der mormonische Glauben beginnt mit dem vorirdischen Dasein, noch vor der Geburt, als Gott einen jeden von uns als Geist erschaffen hat. Wir lebten mit Ihm, lernten von Ihm, entwickelten unseren Charakter und unsere Persönlichkeit und übten uns darin, Entscheidungen zu fällen, bis unsere Ankunft auf der Erde an der Zeit war. Während dieser Zeit wurde uns unsere Entscheidungsfreiheit gegeben. Wir konnten wählen zur Erde zu kommen, mit Jesus Christus als unseren Erretter. Wenn wir uns dazu entscheiden sollten, würden wir diese Freiheit auch weiterhin besitzen, obgleich auch einige sie auf schlechte Art und Weise nutzten und eine Rückkehr für sich unmöglich machten. Gott würde dann einen Eretter senden, der genau das für uns tun würde, was wir selbst nicht tun können. Dieser Erretter, nämlich Jesus Christus, würde dann die Sünden der Welt auf sich nehmen und für sie sterben.

Die andere Wahl, die wir treffen konnten, war diejenige Luzifer zu folgen. Luzifer wollte unsere Entscheidungsfreiheit wegnehmen und uns quasi als Puppen zur Erde senden und sich selbst als Puppenspieler aufstellen. Ihm wäre es dann möglich gewesen, all unsere Gedanken sowie unsere Taten zu kontrollieren. Wir würden dann ein perfektes Leben führen, allerdings ohne jeglichen Verwendungszweck. Einigen war der Gedanke von andauernder Entscheidungsfreiheit unbehaglich und sie wiesen diese ab. Sie bevorzugten es beim Satan zu bleiben und ihm zu erlauben ihr denken für sie zu bestimmen. Diejenigen, die Luzifer folgten, entschieden sich dafür ihre Entscheidungsfreiheit abzugeben, wodurch es ihnen verweigert wurde zur Erde zu kommen. Sie konnten ohne die Freiheit für sich selbst zu entscheiden nicht auf der Erde leben.

Die Religion der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) lässt es zu, dass wir die vollständige Kontrolle über unser eigenes Leben beibehalten. Sie lehren, dass ein jeder selbst dafür zuständig ist herauszufinden, ob die Religion der Mormonen wahr ist. Auch wenn ein kleines Kind sowas unter Umständen einfach nur aus dem Grund glaubt, weil seine Eltern es glauben, wird dem Kind, noch bevor es acht Jahre alt ist, beigebracht, für sich selbst Entscheidungen zu treffen. Wenn ein Kind dann acht Jahre alt wird, kann es sich taufen lassen. Davor sollte es allerdings einige Dinge über seine Religion lernen und darüber nachbeten, ob es wahr ist.

mormon

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Während ein Kind heranwächst und es ihm gelingt die Eingebungen des Heiligen Geistes besser zu erkennen wird dieser Prozess oft mehrere Male wiederholt. Dieses Muster wurde uns durch Joseph Smith gegeben, dem ersten mormonischen Propheten der Neuzeit. Er wollte selbst wissen, welcher Kirche er sich anschließen sollte und nachdem er in der Bibel gelesen hatte, dass Gott es ihm kundtun würde (Jakobusbrief 1:5), ging er in einen nahegelegenen Wald um Gott zu befragen. Gott und Jesus Christus erschienen ihm in Antwort auf sein Gebet.

Die meisten von uns werden so eine Antwort zwar nicht erhalten, aber wir können dennoch eine Antwort auf unsere Gebete erhalten, genauso wie Joseph Smith es auch tat.

Sollte man dazu gezwungen werden das Recht aufs selbstständige denken aufzugeben, wenn man sich einer Kirche anschließt? Natürlich nicht. Weil ein jedes Mitglied der Kirche dazu angehalten ist für sich selbst herauszufinden ob die Kirche wahr ist, trifft ein jeder eine sachkundige Entscheidung für sich selbst. Auch wenn man etwas Neues lernt, worüber man sich nicht ganz im Klaren ist, kann man, wie schon vorher, über diese bestimmte Lehre beten.

Wenn Dir Deine Mutter beigebracht hat niemals eine heiße Herdplatte zu berühren und Du ihr gehorchst, heißt das, dass Du dadurch Dein Recht selbst zu denken aufgegeben hast? Nein, weil Du dennoch die Herdplatte berühren kannst, solange Du auch bereit bist die Konsequenzen, die dadurch auf Dich zukommen werden, zu akzeptieren. Du entscheidest Dich einfach dafür, wovon Du weißt, dass es am besten für Dich ist. Mormonen sowie viele andere, die auch an Gott glauben, tun das gleiche.

Ein gebräuchliches Beispiel ist das von einem Sonnett. Ein Sonnett ist ein Gedicht mit einer sehr strengen Struktur. Dennoch ist in dieser strengen Struktur ein hohes Maß an Eigenständigkeit möglich. Es gibt eine Unzahl von Sonnetts, die alle den gleichen Regeln folgen, aber alle einzigartig sind.

Es ist sehr beruhigend an Gott zu glauben. Es bietet einem einen sicheren und bekömmlichen Trost, anders als der künstliche Trost und die künstliche Beruhigung, die einem durch Alkohol, Drogen oder andere unmoralische Dinge angeboten werden, denen viele Menschen sich zu Zeiten von Stress und Sorge zuwenden. Menschen, die an Gott glauben, wissen, dass es jemanden gibt, der sie liebt und kennt, der ständig ihr bestes Interesse im Herzen hat und der uns helfen wird, wenn wir nur um Hilfe bitten, und all das ohne unsere persönliche Entscheidungsfreiheit wegzunehmen.

Eine wahre Religion erwartet viel von seinen Mitgliedern. Die Religion der Mormonen ist auf keinen Fall passiv. Hier packt ein jedes Mitglied mit an und dient als Führer und Lehrer und unterstützt die anderen. Von Ihnen wird ein hohes Verhaltensniveau erwartet.

Es scheint leicht zu sein, das Recht für sich selbst handeln zu können aufzugeben (auch wenn das in Wirklichkeit nicht so ist). Menschen, die nach einem einfachen Weg ausschau halten, der sie durchs Leben führt, sind nicht daran interessiert Mormone zu sein. Die moralischen Anforderungen sind sehr hoch. Da Mormonen in der alltäglichen Welt nicht in einer behüteten Gesellschaft leben, bedeutet dies, dass sie auch Opfer bringen müssen und sich Menschen gegenüber gestellt finden, die wollen, dass man seine Werte herabsetzt. Sie führen ein Familienleben, ziehen Kinder auf, haben Arbeit, leisten freiwilligen Dienst und lernen, dass sie viel mit den Talenten machen sollen, die ihnen gegeben sind. Sie müssen herausfinden wie man all dies von selbst, den individuellen Umständen entsprechend, schaffen kann.

Religion verspricht einem nie, dass das Leben einfach sein wird. Die Mormonen erwarten aber, dass man, mit dem Evangelium als Leitfaden, schwer arbeitet um Freude und Wohlergehen zu erlangen und zur gleichen Zeit dennoch selbst Entscheidungen trifft.

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