Fühlt Gott unsere Schmerzen?
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Persönliche Antwort von Jack
Als ich 50 Jahre alt war, bin ich mit meinem sechzehnjährigen Sohn und mit seinem Freund in Laguna Beach in Kalifornien surfen gewesen. Ich nahm „eine letzte Welle” und schlug meine Stirn unglücklicherweise an einem untergetauchtem Felsen an. Dieser Aufprall brach meinen Hals und durchtrennte meine Wirbelsäule zwischen dem zweiten und dritten Halswirbel. Ich war augenblicklich gelähmt, verlor das Bewusstsein und wachte zwei Stunden später im Laguna Krankenhaus auf, von Doktoren und Krankenschwestern umgeben. Eine der Krankenschwestern bemerkte, dass meine Augen sich öffneten und sagte zu mir: „Jack, wenn Du verstehen kannst, was ich sage, blinzel einmal mit deinen Augen.” Ich blinzelte, woraufhin ein kollektives Aufatmen im Raum zu spüren war. Dies brach einen neuen Lebensweg für mich an, den ich über die letzten 19 Jahre hinweg geführt habe.
Aufgrund meines Glaubens an einen persönlichen Gott und Seiner Güte war ich weder sauer auf Ihn noch ging ich voller Selbstmitleid umher, danach fragend wieso ich es war, der dies durchmachen musste. Dennoch dauerte es eine Weile bis mir klar wurde, dass Gott und Christus meine Schmerzen fühlten und genauso litten wie ich, wenn nicht noch mehr als ich es tat.
Auch wenn ich über meinen Unfall und der daraus resultierenden Lähmung nicht verärgert war, war ich doch sehr verstört und darüber zutiefst betrübt. Es sah einfach so aus, als hätte ich so viel verloren und ich konnte mir einfach nicht vorstellen, über eine längere Zeit hinweg vollständig vom Hals herab gelähmt zu sein und dazu noch auf weitere Hilfe angewiesen zu sein.
Ich verfiel in eine tiefe, dunkle Depression und es gab Tage, an denen ich einen frühen Abgang aus meinem Erdenleben durchaus begrüßt hätte. Ich betete aber dennoch beständig weiter und hatte endlich, nach einer langen Zeit der Vorbereitung, ein wundervollles Erlebnis, welches mich lehrte, dass Gott wirklich unsere Schmerzen spürt und gespannt ist, uns zu helfen.
Ich war am Boden zersört. Ich wusste nicht mehr weiter. Ich kam zu der Einsicht, dass es auf Erden keinen Doktor und keinen anderen Menschen gab, der das für mich tun konnte, was ich am meisten brauchte. Ich wusste, dass ich aufgrund meiner Verletzung niemals das zurückbekommen würde, was ich verloren hatte. Was ich am meisten brauchte, und wonach ich mich am meisten sehnte, waren Hoffnung, Frieden und ein Gefühl von Wohlbefinden, welches ich durch meinen Unfall verloren hatte. Endlich wendete ich mich Gott mit vollem Herzen und voller Seele im Gebet zu, und zwar so, wie ich noch nie zuvor gebetet hatte. Endlich wurde mir bewusst, wie sehr ich von meinem Erretter und meinem liebenden, freundlichen, Gnadenvollen Himmlischen Vater geliebt war. Mir erschien keine Vision, aber ich erhielt ein erneuertes Herz und war mit Frieden, Freude, Hoffnung und einem Gefühl von Wohlbefinden erfüllt, wie ich es nie wieder zu spüren erwartete.
Diese Gefühle haben mich in den vergangenden 19 Jahren nie wieder verlassen, sondern haben weiterhin zugenommen. Mir wurde damals klar, und ich weiß es auch noch heute, dass Gott und Christus wissen, was wir fühlen und unsere Schmerzen mit uns teilen. Durch mein persönliches Erlebnis bin ich davon überzeugt, dass Sie unsere Schmerzen und unsere Leiden durch Ihre endlose Barmherzigkeit und Liebe auf Sich selbst nehmen werden, so wir Ihnen nur vertrauen und mit vollem Herzen zu Ihnen kommen.
Durch meinen Glauben an die Schriften habe ich einen Eindruck dessen, wie einfühlsam die Gottheit gegenüber unseren Leiden und Schmerzen ist, gewinnen können. Als Sein guter Freund Lazarus starb und Jesus ihm zu Hilfe kam, sowie um dessen Schwestern, Maria und Marta, zu trösten, steht es in den Schriften geschrieben: „Da weinte Jesus.” (Johannes 11:35) Es sind unzählig viele Berichte in den Evangelien zu finden, in denen Jesus die Kranken heilt, die Toten ihren Geliebten wiederherstellt und allen um Ihn herum unglaubliches Erbarmen erweist.
Wir können einen rührenden Bericht über Jesus als auferstandende Gestalt in den Schriften lesen: „Habt ihr welche unter euch, die krank sind? Bringt sie her. Habt ihr welche, die lahm sind oder blind oder hinkend oder verkrüppelt oder aussätzig oder die verdorrt sind oder die taub sind oder die in irgendeiner Weise bedrängt sind? Bringt sie her, und ich werde sie heilen, denn ich habe Mitleid mit euch; mein Inneres ist von Barmherzigkeit erfüllt… Und es begab sich: Er gebot, ihre kleinen Kinder zu bringen. So brachten sie ihre kleinen Kinder und setzten sie rings um ihn auf den Boden nieder, und Jesus stand in der Mitte; und die Menge machte Platz, bis sie alle zu ihm gebracht worden waren. Und als er diese Worte gesagt hatte, weinte er, und die Menge gab davon Zeugnis, und er nahm ihre kleinen Kinder, eines nach dem anderen, und segnete sie und betete für sie zum Vater. Und als er dies getan hatte, weinte er abermals…”(3 Nephi 17:7-22)
Aus einer Vision an den Propheten Henoch wurde uns diese rührende Szene zuteil, in der Gott auf die Bosheit der Menschen blickt und die daraus resultierenden Schmerzen und die Qual sieht, die diese durchmachten und noch durchmachen würden:
„Und es begab sich: Der Gott des Himmels blickte auf das übrige Volk, und er weinte; und Henoch gab davon Zeugnis, nämlich: Wieso weinen die Himmel und vergießen Tränen wie Regen, der auf die Berge fällt? Und Henoch sprach zum Herrn: Wieso kannst du weinen, wo du doch heilig bist und von aller Ewigkeit bis in alle Ewigkeit?” (Mose 7:28-29)
Ja, Gott fühlt unsere Schmerzen in der Tat! Er ist ein Gott voller Liebe und Erbarmen. Ich wünschte, dass ein jeder, der ein ernstes Problem oder eine ernste Herausforderung hat, mein Erlebnis haben könnte. Ich weiß, dass sie solch eines haben können, aber dies erfordert Glauben, Vertrauen und sich Gott mit all unserem Herzen zuzuwenden.
